Vor diesen Herausforderungen stehen Online-Rechtsdienstleister in der Krise

28 November 2020

Die Coronakrise stellt die Justiz in Deutschland vor immense Herausforderungen. Mündliche Gerichtsverhandlungen werden verschoben, die Digitalisierung ist vielerorts noch nicht sehr weit fortgeschritten. Die Auswirkungen bekommen auch viele der jungen Rechtsdienstleister im Internet, die sogenannten Legal Techs, zu spüren. In etlichen Fällen verzögert sich ihr Geschäft.

Zugleich versuchen sie, der Krise Positives abzugewinnen: „Im März lagen die Kundenanfragen auf unseren Portalen auf Rekordhoch. Viele Verbraucher haben derzeit Fragen, wie es mit ihrer Reise weitergeht oder unter welchen Umständen sie stornieren können“, sagt Benedikt Quarch vom Düsseldorfer Start-up Right Now. Über die Internetportale des Unternehmens können Verbraucher Rückerstattungen beispielsweise von Fluggesellschaften oder Pauschalreiseanbietern einfordern, wenn sie ihre Reise nicht angetreten haben.

Man merke gerade, dass viele Leute derzeit zu Hause sind und sich um Dinge kümmern können, die liegen geblieben sind, wie etwa die Rückabwicklung der Lebensversicherung, sagt auch Helpcheck-Chef Peer Schulz: „Die Zahl der Anträge, die bei uns in den vergangenen Wochen eingegangen ist, ist 50 Prozent höher als zu Normalzeiten.“

Das hohe Kundeninteresse kann aber nicht überdecken, dass die deutlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens den Start-ups auch Probleme bereiten. Schließlich leben die Legal Techs unter anderem davon, Gerichtsverfahren erfolgreich durchzukämpfen. Da die meisten Verhandlungen derzeit verschoben werden, ziehen sich viele Fälle länger als erwartet hin – auch wenn außergerichtliche Einigungen weiterhin möglich sind.

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