Mein Auto, die Datenkrake!?

30 Januar 2017

Wussten Sie, dass es in einem Auto ca. 80 verschiedene Sensoren gibt, die Daten erheben? Den meisten Menschen ist kaum bekannt, welche Datenmenge ein Auto im Laufe seines Lebens sammelt. Informationen, zum Beispiel zur Geschwindigkeit oder zur Frage, ob ein Blinker gesetzt wurde, lassen sich immer häufiger rekonstruieren und werden so zu wichtigen Beweisen bei Verkehrsunfällen. Was für den einen ein Segen ist, kann für den anderen zum Fluch werden. Letztlich kann das eigene Auto darüber entscheiden, ob man freigesprochen oder verurteilt wird.

Die Rechtslage hierzu ist alles andere als eindeutig. Zwar ist die Beschlagnahmung und Auswertung solcher Daten im Rahmen der Strafverfolgung durchaus rechtens. Jedoch ist rechtlich kaum geregelt, ob eine dauerhafte Speicherung von Daten im Auto überhaupt erlaubt ist. Juristen gehen davon aus, dass mit dem Kauf eines Autos auch die Zustimmung zur Datensammlung erfolgt. Was passiert aber, wenn der Käufer sich dessen nicht bewusst ist? Dementsprechend dürften keine Daten gesammelt werden. Auch was passiert, wenn der Fahrer nicht der Autobesitzer ist, ist in der Rechtsprechung nicht eindeutig geklärt.

Das Verkehrsministerium arbeitet nun an einem Gesetz zum Umgang mit Autodaten. Juristen bezweifeln aber, dass die bisherigen Gesetzesentwürfe klare Regeln schaffen werden.

Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/datenschutz-das-auto-als-belastungszeuge.676.de.html?dram:article_id=362826