Neues Reiserecht: Was ändert sich bei der Reisereklamation

13 März 2018

Für im Internet gebuchte Pauschalreisen soll der Verbraucherschutz in der EU deutlich verbessert werden. Das wird in der neuen vollharmonisierenden neuen Pauchalreiserichtlinie (EU) 2015/2302 geregelt. Ziel ist es, die Richtlinie für Pauschalreisen aus dem Jahre 1990 zu ergänzen und vor allem an das digitale Zeitalter anzupassen, da die meisten Reisenden lieber online kaufen als im Reisebüro. Dazu soll der bei herkömmlichen Pauschalreisen geltende Verbraucherschutz zur Reisereklamation auf online gebuchte einzelne Bausteine – etwa Flug, Hotel und Mietwagen – ausgeweitet werden. Dies gilt für die Haftung der Anbieter, den Anspruch auf Entschädigung – etwa wenn ein Flug ausfällt oder ein Hotel nicht dem Angebot entspricht – oder die Rückholung nach dem Konkurs einer Fluggesellschaft.

Der Begriff Pauschalreise, insbesondere bei Onlinebuchungen, wird demnach erweitert, so dass die meisten Reisebestandteile wie Flüge, Hotelangebote oder Mietwagen künftig eingeschlossen sind, wenn beispielsweise alle Bausteine auf einem Portal, wie etwa bei Expedia gebucht und bezahlt werden. Die neuen Vorschriften gelten aber auch dann, wenn ein Kunde über Links von einem Reiseleistungsanbieter zum nächsten weitergeleitet wird, wenn also die Angebote miteinander verbunden sind. Ein Anzeichen dafür ist die Weiterleitung von persönlichen Daten des Kunden – wie Name, Adresse und Bankverbindung – von einem Anbieter zum anderen.
Darüber hinaus gelten nun höhere Schutzstandards bei Reisereklamationen: So werden etwa die möglichen Gründe eingeschränkt, bei denen dem Reiseveranstalter die Zahlung von Schadenersatz erspart bleibt. Verbraucherschützer kritisieren, dass der ursprünglich geplante Schutz für Urlaub in Ferienhäusern und Tagesreisen entfällt.

Das neue Recht, das im deutschen Recht in den §§ 651a-m BGB geregelt ist, gilt ab 1. Juli 2018.

Quelle: https://www.welt.de/reise/article148087807/EU-staerkt-Rechte-der-Kunden-bei-Pauschalreisen.html