US-Datenbanken zur Gesichtserkennung: willkürlich und unreguliert

31 Oktober 2017

Zeig mir dein Gesicht, und ich sag dir wer du bist! Nach einem aktuellen Bericht von heise-online ist bereits die Hälfte der Bürgerrinnen und Bürger in den USA in staatlichen Datenbanken zur Gesichtserkennung erfasst. Das entspricht rund 117 Millionen Gesichtern- ein enormer Wert, wie wir finden. Doch wie wird ein Gesicht gespeichert und erkannt? Relevant hierfür sind biometrische Gesichtsdaten wie der Augenabstand, die sich im Laufe eines Lebens nicht verändern. Das Speichern der individuellen Gesichtsmerkmale ermöglicht es daraufhin, eine Person sofort zu identifizieren.

Hauptsächlich werden solche Gesichtsdaten mithilfe von Reisepässen, Führerscheinen sowie Polizeibildern gewonnen, in Datenbanken hinterlegt und mit entsprechender Software analysiert. Dabei setzen US-Behörden Gesichtserkennungssoftware häufig willkürlich ein, sodass Gesichter mit Datenbanken abgeglichen werden, obwohl hierfür kein ausreichender Grund besteht. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass das Vorgehen in den USA nicht ausreichend reguliert ist.

Wer jetzt denkt, dass dieses Problem nur die US-Amerikaner betrifft, liegt falsch: Das Posten von Fotos in sozialen Medien wie Facebook, Instagram & Co. gewinnt auch in Deutschland dadurch eine ganz neue Bedeutung, da mithilfe solcher Bilder Gesichtsdaten erfasst werden können. Zudem wird es in Zukunft immer einfacher sein, auch im privaten Bereich biometrische Erkennungssoftware einzusetzen. Deshalb sollten sich gerade Eltern ausreichende Gedanken darüber machen, ob sie Fotos ihrer Kinder ins Internet stellen.

Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-Haelfte-der-Buerger-fuer-Gesichtserkennung-erfasst-3355185.html