Keine Speicherung von WhatsApp-Daten: Facebook klagt in Hamburg

23 Januar 2018

Als Facebook den Kurzmitteilungsdienst WhatsApp 2014 für circa 22 Milliarden Dollar kaufte, beteuerte das soziale Netzwerk die Unabhängigkeit beider Unternehmen. Lästige Werbeanzeigen wie auf der Facebook-Startseite blieben beim Versenden von Nachrichten per WhatsApp in der Tat aus. Doch viel entscheidender ist seit jeher die Frage, welche Nutzerdaten zwischen Facebook und WhatsApp ausgetauscht werden.

Zuletzt hatte WhatsApp im August angekündigt, neben den Telefonnummern auch Informationen über die Nutzung des Kurzmitteilungsdienstes an Facebook weiterzuleiten. Dieser Datenübermittlung konnten Nutzer nur teilweise widersprechen. Daraufhin reagierte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar und forderte Facebook dazu auf, die Speicherung von Daten deutscher WhatsApp-Nutzer zu unterlassen. Jeder Nutzer solle selbst entscheiden können, ob seine Daten an das soziale Netzwerk weitergeleitet werden dürfen.

Das sieht Facebook allerdings anders und klagt nun vor dem Hamburger Verwaltungsgericht gegen das Verbot. In dem Verfahren soll geklärt werden, in welchem Rahmen ein Datentransfer zwischen den verbundenen Unternehmen stattfinden darf. Besonders interessant ist auch die Frage, ob Facebook überhaupt den deutschen Datenschutzvorschriften unterliegt. Das Unternehmen argumentiert, dass sein europäisches Geschäft von Irland aus gesteuert wird, weshalb auch die dortigen Datenschützer für solche Angelegenheiten zuständig seien. Sollte Facebook sich den deutschen Richtlinien beugen müssen, könnte zukünftig jeder datenschutzrechtliche Anspruch auf Auskunft auch in Deutschland verfolgt werden.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/whatsapp-facebook-klagt-gegen-stopp-der-datenweitergabe-a-1117464.html